Dies ist die Geschichte einer kleinen Band, die mal ganz groß rauskommt...
Jahr 2000:
Alles begann im Jahre 2000, als Tobi B., Dominik D. P., S. Rädel und Robert S. den Plan fassten, den fucking heavy metal neu zu definieren, Alta. Zu diesem Zwecke coverten wir als ersten Song „The Dark Saga“ von Iced Earth. Dominiks Jugendzimmer musste zu dieser Zeit als Proberaum genügen (unübertroffene Akustik). So probten wir fröhlich zwischen getragener Unterwäsche und Schraubosaurus. Folglich muss nicht erwähnt werden, dass unser Equipment mehr als beschissen war. Ein weiteres Manko der Anfangszeit war, dass außer Schlagzeuger (der ja im Proberaum schlief) und Leadgitarrist niemand zu den wöchentlichen Proben kam. Kein Wunder, dass die Effizienz der Proben ein klein wenig zu wünschen übrig ließ – will sagen: wir haben ein verdammtes Jahr lang nur ein und denselben scheiß Song gespielt. Es lag nicht zuletzt daran, dass Versuche weitere Lieder (Don’t cry, Wasting Love) zu covern am fehlenden Können kläglich scheiterten... bis ein paar von uns auf den glorreichen Gedanken kamen die Songs nicht einfach zu covern, sondern auch mal zu üben – eigentlich eine ganz coole Idee, die mit dem Erfolg von „Sad but true“ belohnt wurde. In der Hoffnung, sich ein wenig in unserem Ruhm zu sonnen, sprang Jan B. als Bassist auf den Erfolgszug auf. Er bereicherte die Band zwar auch nicht durch Virtuosität, aber durch sein bedrohliches Erscheinungsbild wertete er das Image der Metal-Band ein wenig auf. Da Papa-Pruß nun auch endlich die Eisenbahn aus dem Keller verbannt hatte, konnten wir das Jugendzimmer verlassen und hinabsteigen in die LIEBESGROTTE!!
Frühjahr 2001:
Nun war es soweit: der erste Auftritt. Die zwei Songs, die wir in der Tasche hatten, schmetterten wir dem begeisterten Publikum entgegen. Auch eine Zugabe ließen wir nicht außen vor: wir spielten Dark Saga einfach doppelt so schnell. Die Menge tobte.
Zwei Monate später folgte der nächste Auftritt auf einer Abi-Veranstaltung des Gymnasiums Grotenbach. Hier mussten wir auf zwei Gastmusiker zurückgreifen: eine Sängerin aus Gummersbach und einen Gitarristen aus Köln, die uns bei dem Song „Don’t cry“ unter die Arme griffen. Leider währte das Glück einer vollständigen Band auch nicht ewig... Jan verschwand für geraume Zeit nach Russland. Also weiter ohne Bassisten.
Frühjahr 2002:
Ein Jahr und zwei Songs später endete die Suche nach einem adäquaten Ersatz für Jan, als Dennis R. sich entschloss die hohe Kunst des Bassspielens zu erlernen (Leider blieb es nur bei diesem Entschluss). Von diesem Moment an blieb ihm ziemlich genau eine Woche, um sich vier Songs für den Bunten Abend des Grotenbach Gymnasiums anzueignen. Dies gelang weniger gut, störte dank leise gedrehtem Bass und perfekter Bühnenshow aber auch niemanden. Der Höhepunkt des Auftritts war eindeutig die 7-minütige Pause bei „Sad But True“, verursacht durch Roberts gerissene Saite. Traurig, aber wahr.
Sommer 2002:
Für den nächsten geplanten Auftritt, etwa drei Monate später, war eine ganz extravagante location vorgesehen… schnallt euch an, Leute, es war: Nicht Rock am Ring, nicht das Wembley Stadion, nein! Wir spielten in Straße direkt neben Wilbringhausen beim ansässigen Hundesportverein. Abgefahren, was? Auch die „Sitzgelegenheiten“, eine befreundete Band, bei der ebenfalls Dominik P. trommelte, sollten bei diesem Event mit dabei sein, weswegen sie nach gesanglicher Unterstützung suchten. Dominik P.(ihr erinnert euch noch – der mit dem Jugendzimmer) war zu dieser Zeit schon mit Anna B., eine Schulfreundin der Kathrin H., ihres Zeichens Schwester von Lena H., zusammen. Diese unglaubliche Verkettung von Zufällen führte dazu, dass Dominik P. (Jugendzimmer) von der Tatsache erfuhr, dass Lena H., Schwester von Kathrin H., Schulkameradin von Anna B., Freundin von Dominik P. (ihr merkt schon, der Kreis schließt sich), Gesangsunterricht an der Musikschule Gummersbach nahm. Daraufhin lud er sie zu einer Probe der Sitzgelegenheiten ein, die jedoch niemals stattfand. Um trotzdem ihre gesanglichen Qualitäten zu testen, schlug er ihr vor, einfach mal bei einer Probe von Remaining... vorbeizuschauen. Da S. Rädel just zu dieser Zeit von einem Ödem an den Stimmbändern geplagt wurde, bookten wir Lena kurzerhand für den Auftritt an der Hundeschule. Durch massenhaften Konsum von Nivea-Creme gelang es S. Rädel jedoch sein böses Ödem zu bekämpfen. Wir entschieden uns für die „Sicher-ist-sicher-wir-nehmen-beide-Sänger-mit-Variante“. Nach Rücksprache mit dem Veranstalter mussten wir erkennen, dass zwei Songs, seien sie auch in verschiedenen Tempi gespielt, nicht zur Unterhaltung des Publikums ausreichen. So ein Ärger. Es blieben uns noch zwei Monate, um ein bühnenreifes Programm auf die Beine zu stellen. Gesagt – getan. Wie dem auch sei, bei diesem Event beherrschten wir immerhin rund 20 Songs, nur ungünstigerweise keinen so richtig.
„Rock im Acker – Straßes (bei Wilbringhausen) größtes Rockfestival“
Wir trafen uns Sonntag früh morgens alle pünktlich in der Liebesgrotte, um gemeinsam Straße (bei Wilbringhausen) zu rocken. Alle? Nicht ganz. Wo war S. Rädel? Um diesen Fakt zu klären, müssen wir die Ereignisse des Vorabends noch einmal Revue passieren lassen: Es ist Samstag Abend, in der Stadthalle findet eine der typischen Obstparties statt. S. Rädels Gedanken sehen wie folgt aus:
1. Da geh ich also heute auf die Stadthallen-Party.
2. Die Party wird scheiße.
3. Es sei denn ich bin betrunken.
4. Dafür brauch ich Alkohol.
5. Da ist ja ne Flasche Ouzo.
6. Die war aber lecker.
7. Und da ist noch ne Flasche Baileys.
8. Isch bin ja schon an die Hadtstalle.
9. ...1.swodkab redbull...2. woddarääädbull...3..................
Unser Manager Alessandro Luag zeigte Erbarmen und fuhr den sich heftig entleerenden S. Rädel, der mächtig Spaß in den Backen hatte, nach Hause in sein sich ununterbrochen drehendes Bettchen. Nach der Hänsel-und-Gretel-Methode markierte er mit seinen Vedauungsresten den gesamten Rückweg Gummersbach - Marienhagen.
Sonntag, 9.30 Uhr: Das Telefon klingelt. „Ich bin noch ziemlich betrunken, ich kann noch nicht Auto fahren, ich komm gleich nach.“
Sonntag, 10.30 Uhr: Wir erreichten die location, die es galt gerockt zu werden.
Sonntag, 10.35: Das Telefon klingelt erneut. Wir erfuhren, dass ein heimtückischer Virus unseren Sänger vor zwei Wochen heimgesucht hatte. Genau um 10.33 und 33Sekunden war die Inkubationszeit abgelaufen und mit voller Wucht schlug die zerstörerische Kraft des Virus S. Rädel aus den Socken. Es bestand auch nicht der geringste Zweifel daran, dass dieser Zustand nichts mit dem 6,6 Promille-Zustand des vorigen Abends zu tun hatte.
Glücklicherweise griff Georg L., Sänger von Exotherm, uns unter die Arme und übernahm spontan den Part von S. Rädel. Der Auftritt war gerettet und es gab doch noch ein Happy-End.
Nachdem wir erfolgreich die Tierwelt auf unsere Seite gezogen hatten, wagten wir es nun uns dem menschlichen Publikum zu stellen. Der nächste Auftritt sollte vor einem wahren Rockpublikum, das sich uns bei der Hochzeit von Dennis Onkel bot, stattfinden.
Um unsere treue Fangemeinde nicht zu vernachlässigen, gingen wir back to the roots: „Hundeschule Teil 2“, dieses Mal mit S. Rädel. Unsere beiden eigens mitgebrachten Fans jubelten uns pausenlos zu. Irgendwie war sonst keiner da. Wir gaben uns professionell und betranken uns.
Herbst 2002:
Doch der nächste Gig sollte endlich den ersehnten Durchbruch bringen: Wir spielten auf der Party von Christian P. („Rocken für Pirchi“) als Support für Exotherm. Hier bot sich uns zum ersten Mal die Möglichkeit eigene Songs zu spielen. S. Rädel nutzte seinen letzten Auftritt als offizielles Bandmitglied, um sich auf ewig einen Platz in all unseren Herzen zu reservieren.
Aufgrund musikalischer Differenzen stieg S. Rädel bald darauf bei Remaining... aus und woanders ein.
Seitdem ist unsere kleine Familie perfekt, wir hatten regelmäßig Auftritte (Gaulstock, Oberbantenberger Dorffest, Geburtstagsparty von Mama P., Rock Night, Abrocknacht, Rock over GM, TonArt), haben einige Songs geschrieben und unsere Homepage erstellt und irgendwann schreiben wir das hier vielleicht sogar mal zu ende.
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